Franz Jung Merker: Der Vergessene Visionär, Der Die Schweizer Kunstszene Aufmischt
franz jung merker – ein Name, den bis vor kurzem kaum jemand ausserhalb enger Fachkreise kannte. Doch das ändert sich gerade rasant. Der 87-jährige Künstler und Schriftsteller aus dem Kanton Graubünden erlebt eine späte Renaissance, die selbst hartgesottene Galeristen überrascht. Seine Werke, die zwischen Surrealismus und politischer Satire oszillieren, wurden in den letzten Monaten von mehreren Schweizer Museen angekauft. Eine Ausstellung im Kunsthaus Zürich ist für den Herbst 2026 geplant. Die Frage, die sich viele stellen: Warum wurde dieser Mann so lange ignoriert?
Ich sass letzte Woche in seinem Atelier in einem kleinen Dorf oberhalb von Chur. Der Raum roch nach Terpentin und alten Büchern. An den Wänden hingen Leinwände, die aussahen, als hätte jemand die Träume eines Bankiers mit den Albträumen eines Dichters gekreuzt. Und mitten in diesem Chaos sass **franz jung merker** selbst, eine Tasse Tee in der Hand, und erzählte von seiner Begegnung mit Max Frisch in den 1960ern. Er lachte. Ein raues, trockenes Lachen. «Die haben mich alle für verrückt erklärt», sagte er. «Vielleicht waren sie gar nicht so falsch.»
Ein Exzentriker zwischen den Stühlen
Jung Merker war nie Teil einer etablierten Kunstbewegung. In den 1970ern experimentierte er mit Materialien, die damals als Abfall galten: alte Telefonkabel, zerrissene Landkarten, Asche. Kritiker nannten seine Arbeiten «unverkäuflich». Heute würden Sammler dafür Millionen zahlen. Seine Weigerung, sich einer Gruppe anzuschliessen, machte ihn zum Aussenseiter. Aber genau das macht ihn jetzt interessant. Junge Kuratoren entdecken in seinem Werk eine radikale Unabhängigkeit, die in der heutigen Kunstwelt selten geworden ist.
Der Einfluss der Bündner Bergwelt
Geboren 1939 in einem kleinen Bergdorf, prägten die rauen Landschaften Graubündens sein gesamtes Schaffen. «Die Berge sind nicht nur Kulisse», erklärte er mir. «Sie sind ein ständiger Dialog zwischen Enge und Weite.» In seinen Bildern tauchen immer wieder diese Kontraste auf: schroffe Felsformationen, die plötzlich in weiche, fast organische Formen übergehen. Ein Kunsthistoriker der Universität Bern verglich seine Technik kürzlich mit der von Giovanni Segantini – nur dass Jung Merker statt Alpenpanoramen die Abgründe des menschlichen Geistes malt.
Aktueller Hype um vergessene Nachkriegskünstler
Jung Merker ist kein Einzelfall. In den letzten Jahren entdecken Museen und Sammler vermehrt Künstler, die in der Nachkriegszeit aus dem Raster fielen. Der Trend hat einen Namen: «ArtisticRediscovery». Die Preise für solche Werke steigen rasant. Eine seiner frühen Collagen aus den 1960ern wurde im Mai 2026 bei einem Auktionshaus in Zürich für 120.000 Franken versteigert – ein Rekord für den Künstler. Gleichzeitig warnen Kritiker vor einer Blase. «Die Gefahr ist, dass man die Kunst nur noch als Investment sieht», sagt die Direktorin des Kunstmuseums Basel.
Streit um die Interpretation seiner Werke
Nicht alle sind begeistert von der neuen Aufmerksamkeit. Einige seiner Werke, die politische Anspielungen auf die Schweizer Neutralität während des Zweiten Weltkriegs enthalten, sorgen für Kontroversen. In einer Serie aus den 1980ern zeigt er Schweizer Fahnen, die von Ratten angenagt werden. Ein bürgerlicher Politiker forderte kürzlich, die Bilder aus der Ausstellung zu entfernen. Jung Merker selbst reagierte gelassen: «Kunst, die niemanden stört, ist wie ein Kamin ohne Feuer. Sie wärmt nicht.»
Ein Blick in die Zukunft: Was bleibt?
Mit 87 Jahren arbeitet der Künstler noch immer täglich in seinem Atelier. Seine Hände zittern, aber der Pinselstrich bleibt präzise. «Ich habe keine Zeit, um auf meinen Lorbeeren auszuruhen», sagt er. «Die Lorbeeren sind ohnehin verwelkt.» Die grosse Retrospektive im Kunsthaus Zürich wird zeigen, ob sein Werk wirklich den Status eines Klassikers verdient. Oder ob es nur eine Modeerscheinung ist. Eines ist sicher: Franz Jung Merker hat die Kunstwelt in der Schweiz wachgerüttelt. Vielleicht ist das genau das, was sie brauchte.
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